Podcast Folge 1
Zutaten:
500g Wollwachsalkoholsalbe (= wasserfreies Schafwollfett)
150g/Topf voll frische Brennnesselblätter
Zubereitung:
500g Wollwachsalkoholsalbe im Wasserbad schmelzen. 150g frische, klein gehackte Brennnesselblätter in die geschmolzene Wollwachsalkoholsalbe einrühren und 15 min unter ständigem Rühren köcheln lassen. (Das Fett darf nicht zu heiß werden, da die Brennnesselblätter ansonsten frittieren würden.) Danach den Salbenansatz vom Feuer nehmen, mit einem Deckel auf dem Topf erkalten und bis zum nächsten Tag stehen lassen.
Nun alles wieder erwärmen und die flüssige Salbe durch ein Passiertuch in ein dunkles Schraubglas bzw. in Salbentöpfe geben und geöffnet erkalten lassen.
Salbe kühl und dunkel lagern.
Die betroffenen Hautstellen nach Bedarf dick mit der Salbe einreiben.
Wenn Heilkräuter in Wodka, Brandy, anderen Spirituosen oder Essig angesetzt werden, spricht man von Tinkturen – und die lassen sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Am besten eignet sich mindestens 50-prozentiger Alkohol, denn so hält die Heilkraft einer Ur-Tinktur praktisch ein Leben lang. Diesen hochprozentigen Alkohol bekommt man in Deutschland allerdings nicht so leicht – grundsätzlich tun es aber alle starken Spirituosen: Korn, Whisky, Obstgeist und Co. Für eine bessere Haltbarkeit kann man noch etwas reinen Äthylalkohol aus der Apotheke dazugeben. Prima Sprit mit seinem 69%igen Alkohol ist zum Beispiel eine hervorragende Wahl für einen Ur-Tinktur-Ansatz.
Eine Ur-Tinktur ist ein Frischpflanzen-Ansatz auf Basis von Alkohol.
Frische Pflanzen machen die mit Abstand besten Ur-Tinkturen. Gegenüber kommerziellen Tinkturen aus getrockneten Pflanzen sind sie so überlegen, dass man sie kaum miteinander vergleichen kann – fast als wären es völlig verschiedene Heilmittel. Solche Ansätze nennt man Urtinktur.
Und das Schöne: Die Herstellung von Ur-Tinkturen ist überraschend einfach!
- Betrachte das Sammelgut und entferne beschädigte Teile.
- Wasche keinen Teil der Pflanze außer Wurzeln, und auch die nur, wenn es nötig ist.
- Zerkleinere das Pflanzenmaterial grob, ausgenommen Blüten und zarte Pflanzen.
- Fülle ein Braunglas bis zum Rand mit den frischen Pflanzenteilen. Nicht zu fest stopfen – aber auch nicht so wenig, so dass noch Luft bleibt, in die der Alkohol fließen kann.
- Dann fülle das Glas bis zum Rand mit hochprozentigem, mind. 50%igem Alkohol (z.B. Früchtetopfansatz oder Prima Sprit) und verschließe das Glas fest.
- Fülle die Flüssigkeit am nächsten Tag wieder bis zum Rand auf. (Die Pflanzenfeen kommen über Nacht vorbei und nehmen eine kleine Kostprobe von jeder neuen Tinktur.